„Familie dieser widersprüchliche Ort         4. 09. bis 20. 09. 09

 so lautet der Titel der 15. Gruppenausstellung im Kunstraum K5 , zu deren Eröffnung der Kunstraum Sie herzlich einläd.

Vernissage:                                       4. September, 20.00 Uhr  

Rahmenprogramm:                           Amy Antin, Gesang 

Finissage-Künstlerrundgang:           20. September, 15.00 Uhr  

Warum ist die Familie solch ein widersprüchlicher Ort? Vielleicht liegt die Antwort im Ursprung des Begriffes. Das lateinische Wort familia (Hausgemeinschaft), abgeleitet von lat. famulus (Haussklave), bezeichnete nicht die Familie im heutigen Sinne sondern den Besitz eines Mannes (des pater familias), den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene sowie das Vieh. Familia und Pater waren keine Verwandtschafts-, sondern Herrschaftsbezeichnungen. 

5 Künstler werden sich diesem vielschichtigen Thema nähern.

Bernd-Straub-Molitor. Seine Arbeiten ergeben sich aus Spiel, Experiment und Zufall auf Basis zum Teil selbst entwickelter bzw. individuell variierter Techniken. Mit Methoden der surrealistischen "Schule", der Concept Art und Minimal Art verbindet er gefundene wie gesuchte Elemente zu poetischen, meist melancholischen, manchmal sarkastisch-subversiven, gelegentlich erotischen Montagen, Installationen, Text- und Nachbildern. Seine wesentlichen Themen: Zeit, Vergänglichkeit, Gedächtnis und Erinnerung.

Julja Schneider  arbeitet mit Worten. Mal verdichtet sie diese zu Texten, mal tauchen sie auf Bildern auf, manchmal wird ein Lied daraus. Dabei hat sie besonderes Vergnügen an Doppeldeutigkeit, die es hin und wieder sogar vermag, Doppelmoral aufzuzeigen. Dem Betrachter bleibt es dabei überlassen, ob er Wortwitz oder Tiefgründigkeit da raus lesen will.  So nähert sie sich dem Thema Familie mit Leichtigkeit an, die im zweiten Blick durchaus Schwermut offenbart.

Katja Riester

Installiert in dieser Ausstellung  ein überdimensionales Kleid. Genäht ist es aus alten ausrangierte Kinderkleidern . Nicht aus einem Stück geschneidert, sondern geflickt aus Einzelteilen die so eigentlich nicht zusammengehören.  Ihre Arbeit führt einen behutsam zurück in die eigene Kindheit, jedes Kleidungsstück erzählt Geschichten  von längst vergangen Tagen.

Angela Rohdesagtüber ihre Arbeiten:  ”Die Welt ist voll von Bildern. Wir erfassen sie, klassifizieren, bewerten, katalogisieren und archivieren sie in unsere Kopfregale. Wir wissen jetzt, wie die Welt funktioniert. Mit einer Collage erschaffe ich eine neue Welt, heble die alte Ordnung aus und kann wieder staunend sehen. Unterschiedlicher Welten stoßen aufeinander. Es berühren sich Vergangenheit und  Gegenwart, die virtuelle Welt begegnet der realen Wirklichkeit oder parallel existierender Lebenswelten stöbern sich gegenseitig auf. Daraus erwächst ein Gefühl des Absurden, Bizarren, Träumens, Überspannten oder Banalen. Allem innewohnend ist eine große Portion leisen Humors. Meine Möglichkeit, das Befremdliche unseres Daseins zu entwaffnen.”

Alin Klasszeigt in dieser Ausstellung großformatige Malerei. Auch in Ihren Arbeiten ist die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit dieses Themas spürbar. Alin Klass malt Familiengeschichte, Menschen in ihrer vertrauten Umgebung. Ihrer Szenen wirken intim, manchmal so intim, das man sich als Betrachter fast wie ein Störenfried vorkommt. Sie fängt Momente des menschlichen zusammen Lebens ein, gibt den Akteuren eine Seele ohne diesen ihren Zauber zu nehmen.